Mit Rasim Marz, Nahost-Experte und Journalist der Neuen Zürcher Zeitung (nzz), Frank Leeb, Leiter des Europe Direct Magdeburg und Jochen Leyhe, Moderator. Am Ende ging alles sehr schnell: Nach Jahren des blutigen, brutalen Bürgerkriegs brach das von Russland gestützte Folterregime der Assads in Windeseile zusammen. Nun stellt sich die Frage: Was kommt jetzt? Welche Rolle spielt die EU dabei? Islamisten haben die Macht in Damaskus übernommen. Die Zeit der Angst und des Schreckens, auf die sich Assad jahrelang stützen konnte, ist vorbei. Doch niemand kann das neue Regime wirklich einschätzen. Bringt es den Syrern Freiheit oder neue, diesmal religiös motivierte Unterdrückung? Eines scheint schon klar: Die Türkei gilt als der große geopolitische Gewinner im Nahen Osten. Sie ging aus den Trümmern des einstigen Osmanischen Reichs hervor. Heute spielt das Land für die EU eine besonders wichtige Rolle, wenn es um die Bewältigung aktueller Konflikte und Probleme geht, sei es Migration, im Ukraine-Krieg als Schwarzmeer-Anrainer oder eben bei der schon beschriebenen Neuordnung des Nahen Ostens. Vor einigen Jahren schloss die EU mit der Türkei ein „Migrationsabkommen“. Einst war die Rede davon, dass die Türkei der EU beitreten solle. Mächtige europäische Politiker hofierten die Vertreter Ankaras und tun es immer noch, weil sie wissen, dass eine Neuordnung des Nahen Ostens nicht ohne den großen Einfluss der Türkei vonstatten gehen wird. Nun stellt sich die Frage: Wie kann ein „neuer“ Naher Osten aussehen? Wird die Region in unmittelbarer Nachbarschaft zur EU ein ewiger Konfliktherd bleiben? Und: Kann die Türkei überhaupt noch Partner für Europa sein? Wenn ja – wie kann diese Partnerschaft aussehen? Rasim Marz ist nicht nur DER Türkei-Experte bei der nzz, der Neuen Zürcher Zeitung, eine der großen internationalen Zeitungen, die auch immer mehr in Deutschland gelesen wird. In seinen Beiträgen auch über den Nahen Osten wirft er einen Blick zurück in die Geschichte, um die Ursachen und Entwicklungen politischer Konflikte zu beleuchten. Diese Veranstaltung wird von Jochen Leyhe moderiert.
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